Jahrtausende alte Spuren

v. l. n. r. Kurator Anton Steffan und Mag. Dr. Andreas Bernhard vom Burgmuseum Archeo Norico, Grabungsleiter Florian Mauthner (ASIST) und Hartmut Kleindienst (AMS Regionalleiter) mit dem Mühlstein

6500 Jahre Siedlungsgeschichte mit Beschäftigungsprojekt erforscht

Der Burgberg von Deutschlandsberg ist weithin durch seine imposante Burg mit dem Burgmuseum Archeo Norico sowie die umliegenden Buschenschenken bekannt; geschichtsinteressierte
Menschen vermuteten zudem schon länger eine lange Besiedlung dieses Ortes.

Laufende archäologische Grabungen am nördlichen Sporn des Burgbergs, dem sogenannten „Tanzboden“ erbrachten nun den Beweis für jahrtausendelange Besiedlung dieses Ortes. 
In einem gemeinsamen Projekt von AMS, dem Verein ASIST (Archäologisch-Soziale Initiative Steiermark) in Kooperation mit der Steirischen Arbeitsförderungsges.m.b.H. (StAF) und dem Archeo Norico Burgmuseum Archeo Norico graben Arbeitssuchende unter fachkundiger Anleitung von Archäologen nach Hinterlassenschaften von längst vergangenen Zeiten. Bisher konnten Wehranlagen in Form von Gräben und Wallaufschüttungen aus dem Mittelalter freigelegt werden, welche den „Tanzboden“ wohl als Vorburg des 14./15. Jhs. zur noch heute bestehenden Burg ansprechen lassen, wie Grabungsleiter Florian Mauthner erläutert. 

Steinerne Überreste von Wallbefestigungen und Mauerwerk aus der Latènezeit, dem 2. und 1.Jh. v. Chr., überraschten die Archäologen, die zusammen mit weiteren Gruben und unzähligen Keramikfragmenten die Besiedlung dieser auch als Keltenzeitbekannten Epoche beweisen. Eindrucksvoll erscheint hier auch der vollständig erhaltene Mühlstein, welcher wohl aufgrund des Gesteins aus der Oststeiermark stammen dürfte. Laut Anton Steffan vom Burgmuseum sprechen diese Funde zusammen mit jenen von der Burg für eine ausgedehnte Höhensiedlung.
Ausmächtigen Erdpaketen, die wohl zu verfüllten Grubenhäusern zählen, konnten eine Vielzahl an Keramikbruchstücken, teils mit Verzierungen, sowie Steinwerkzeuggeborgen werden. Diese Funde lassen sich in die Jungsteinzeit datieren und zeigen, dass der Burgberg seit etwa 6500 Jahren besiedelt ist.  

Verdanken sind diese Ergebnisse dem Beschäftigungsprojekt, welches neben dem AMS auch noch von Land Steiermark und dem Europäischen Sozialfonds finanziert wird, und wo Langzeitbeschäftigungslose temporär Arbeit finden. Diese langjährige Kooperation freut AMS-Geschäftsstellenleiter Hartmut Kleindienst, welcher auch auf bestehende Projekte wie in Bad Schwanberg, oder bereits erfolgreich abgeschlossene Projekte verweist. 

Tipp: Das Burgmuseum hat Mittwoch bis Sonntag sowie feiertags von 10 bis 18 Uhr geöffnet – ein Besuch lohnt sich! Infos unter: www.archeonorico.at


25.08.2025