In der Keltenzeit (Latènekultur, ca. 450 - 15 v. Chr.) steht der Burgfelsen im Einzugsbereich einer mit Wall und Graben befestigten Ansiedlung nordöstlich der heutigen Burg. Diese keltische Siedlung datiert nach Ausweis der archäologischen Funde (Keramik, eiserne Hakenschlüssel und eine Sichel) in die ausgehende Mittel- bzw. Spätlatènezeit (Ende 2. - 1. Jhd. v. Chr.). Erneute bescheidene Siedlungsspuren (Keramikfunde) aus dem Bereich der mittelalterlichen Burg gehören dem Frühmittelalter, d. h. dem 7. Jhd. n. Chr. an. Aus dem Bereich des polygonalen Turmes stammen Keramikfunde des 10. - 11. Jhds., die auf einen in Holz errichteten Vorgängerbau des späteren romanischen Steinturms schließen lassen. 
Die Burg Deutschlandsberg bildete bis in das beginnende 19. Jhd. den Hauptverwaltungssitz großer Landbesitzungen des Salzburger Erzbistums in der Weststeiermark, die erste urkundliche Nennung eines Burggrafen aus dem Geschlecht der Lonsperger (Friedrich de Lonsperg) datiert in das Jahr 1153. Bedeutende Aus- und Umbauphasen der Burg Deutschlandsberg stammen aus der Romanik, Gotik und Renaissance. Seit dem Jahr 1932 ist die Burg im Besitz der Stadtgemeinde, und entwickelt sich sukzessiv zu einem südweststeirischem Ausstellungs- und Hotelzentrum.

Einleitung:

Seit Herbst 1999 werden im Auftrag der Stadtgemeinde Deutschlandsberg vom Burgmuseum ARCHAEO NORICO archäologische Grabungen und Sanierungsmaßnahmen gemeinsam mit dem Bundesdenkmalamt Steiermark im romanischen Teil (Kernburg, Parz. 243/9) der Burg Deutschlandsberg durchgeführt. Die Schwerpunkte der Untersuchungen an der urkundlich 1153 erstmals erwähnten Burg lagen dabei am Turmstumpf des ältesten Baukörpers, dem aus der Romanik stammenden polygonalen Turm sowie im Hofbereich der Kernburg mit den daran anschließenden Wirtschaftsgebäuden. 
Als weiteres forschungsmäßiges Vorhaben ist die Freilegung der zentralen romanischen Burganlage mit Ringmauer und Tor zu nennen.


Das Erdgeschoss des polygonalen (siebeneckigen) Turmes:

Die Zielsetzungen der archäologischen Ausgrabungen am polygonalen Turm lagen in der Erfassung, Freilegung und Dokumentation der von mächtigen Schuttmassen und Bewuchs überdeckten Mauerzüge des noch im Erdgeschossbereich erhaltenen siebeneckigen Turmsockels. Die weiteren Vorhaben am polygonalen Turm befassten sich mit der Festigung und Aufmauerung (Bestandssicherung) der Mauerkronen, wobei zur besseren Differenzierung der mit originalem Steinmaterial neu aufgezogenen Mauerteile eine am erhaltenen Mauerwerk aufliegende Trennfuge eingezogen wurde. Diese Trennfuge besteht aus Gneisplatten (sog. Stainzerplatten), die an der Sichtseite im Mauerwerk eine Schnittkante aufweisen. Somit war eine dauerhafte und deutlich sichtbare Unterscheidung des im Zuge der Sanierung neu errichteten Mauerwerks von den ursprünglichen Mauerzügen gewährleistet. Im Folgenden sollen die Ergebnisse zu den archäologischen und baugeschichtlichen Untersuchungen an den einzelnen Mauerabschnitten des polygonalen Turmes näher beschrieben werden:

Das Mauerwerk und weitere Baubefunde:

Im Zuge der mehrjährigen Grabungskampagnen an dem durch eine Sprengung (!) um 1880 - 1890 fast vollständig zerstörten romanischen Wohnturm konnten sämtliche Mauerzüge händisch von Bewuchs und Mauerschutt befreit und dokumentiert werden (steingerechte zeichnerische und fotografische Darstellung), die weiteren Ziele verfolgten die Schließung und Aufmauerung der schräg nach außen verlaufenden Ausbrüche am erhalten gebliebenen Erdgeschossmauerwerk. 
Die westlichen und nördlichen Mauerabschnitte des unregelmäßig 7- eckigen Turmes wurden aufgrund ihrer unmittelbaren Lage am Steilabfall in die Laßitzschlucht und der damit verbundenen optimalen Verteidigungssituation in Erdgeschosshöhe mit einer Mauerstärke von 1,20 m (4 Fuß) versehen. 
Im Gegensatz dazu stehen die 2,10 m (7 Fuß) starken südöstlichen und südlichen Mauerfluchten des Wohnturmes, die sich unmittelbar über dem kleinen Burghof der romanisch / gotischen Kernburg erheben sowie die in ihrer stumpfen Keilform am stärksten ausgeführte Ostmauer, deren Fundamente direkt am Felsabbruch zum romanischen Burggraben ansetzen. Dieser relativ kurze Mauerabschnitt, der an der exponiertesten Seite der Turmburg errichtet wurde und besonderen Schutz bieten musste, weist eine überdimensionierte Wandstärke auf, die sich aus den nicht exakt parallel zueinander versetzten Mauerschalen ergab. 
Das mit großer Sorgfalt ausgeführte Schichtmauerwerk der zuvor erwähnten Mauerzüge besteht aus mächtigen Mauerschalen, die ein gussmörtelartiges Füllmauerwerk zusammenhalten. Zum Bau der äußeren und inneren Mauerschalen verwendete man genau ausgewählte quader- bzw. würfelartige Amphibolitbruchsteine, die mit länglichen weit in den Mauerkern greifenden Bindersteinen in abwechselnder Manier versetzt und mit reichlich Kalkmörtel gebunden sind. 
Das Füllmauerwerk aus stark unregelmäßigen Amphibolitbruchsteinen lässt in erster Linie eine lagenartige Schichtung erkennen, wobei in einigen Abschnitten eine deutliche opus-spicatum-Technik (sog. Fischgrätenmauerwerk, zum Druckausgleich in der Mauer) zu beobachten ist. Als Bindemittel kam reichlich gut ausgehärteter Kalkmörtel, dem feiner bis gröberer Flußsand beigemischt wurde, zur Anwendung. Der Kalkmörtel dürfte zudem heiß aufgebracht worden sein, wie deutliche Kalkspatzen im Mauerwerk belegen. 
Ein aus dem Füllmauerwerk der SO- Ecke des polygonalen Turmes geborgenes schwach untergriffiges Randfragment eines Topfes (freihandgeformt, auf der Scheibe nachgedreht, Ruß- bzw. Kalkmörtelspuren auf der Oberfläche) kann in die 1. Hälfte des 12. Jhds. datiert werden, womit ein wichtiges Indiz zur engeren Datierung der ersten Steinbauphase des Turmes gegeben ist.

An sämtlichen von Schutt befreiten Mauerabschnitten im Erdgeschossraum des polygonalen Turmes konnten Wandverputzreste beobachtet werden, deren zum Teil äußerst unterschiedlicher Erhaltungszustand auf die zerstörende Einwirkung von Bodenfrost zurückzuführen ist. Das romanische Schichtmauerwerk aus quader- bzw. würfelförmigen Amphibolitbruchsteinen war in seinem primären Erscheinungsbild mit besonders hartem hellweißen Kalkmörtel in pietra-rasa-Technik (d. h. sorgfältiges Ausfugen der Steinmauer, die Steine selbst bleiben frei von Verputz) steinsichtig verputzt worden. 
Die lagenartige Struktur des Mauerwerkes wird zudem durch horizontalen und vertikalen Fugenstrich betont, der an einigen gut konservierten bzw. nicht von jüngerem Verputz überdeckten Zonen der nordöstlichen Mauerecke des Erdgeschossraumes erhalten blieb. 
Das steinsichtig verputzte Mauerwerk des Erdgeschossraumes wird von einer dünnen Wandverputzschicht aus Kalkmörtel mit einphasiger weißer Tünchung überdeckt, wobei diese Putzschicht aufgrund ihrer unmittelbar am Ziegelplattenboden anstoßenden Basis zu einer renaissancezeitlichen Erneuerung gezählt werden muss. 
Die erhaltenen Wandverputzreste wurden im Anschluss an ihre Dokumentation gereinigt und mittels einer in schrägem Winkel an den Ausbruchstellen angebrachten Putzkante aus Kalkmörtel gesichert. 
Der Bodenbelag im Erdgeschossraum des polygonalen Turmes aus quadratischen Ziegelplatten (20 x 20 cm) wurde vor der endgültigen Aufgabe und Sprengung des Turmes beinahe flächendeckend abgetragen, wie deutliche Abdrücke der entnommenen Ziegelplatten im Kalkmörtelbett des Bodens beweisen. 
Die NW- Ecke des Raumes füllt eine Herd- bzw. Kochstelle aus, die unter optimaler Ausnutzung der Ecksituation unmittelbar am gewachsenen Amphibolitfelsen errichtet wurde, wobei der felsige Untergrund zur Mauerecke ansteigt. Den Felsen überdeckt eine Schüttung aus feinen Ziegelsplittern, welche das stark unterschiedliche Niveau innerhalb der Herdbasis zu homogenisieren hatte. 
Die vordere Aufmauerung des Herdsockels bestand, soweit nicht abgetragen, aus Ziegeln bzw. hochkant in Mörtel versetzten Ziegelplatten; der Rauch konnte an der schirmartig über der Kochstelle einziehenden Gewölbewange aufgefangen, und über eine schmale fensterähnliche Öffnung in der N- Mauer des Turmes ins Freie abgeleitet werden. 
Ergänzend zu den erwähnten Ausgrabungsergebnissen können durch die im Jahr 1810 vorgenommene Güterbeschreibung der Herrschaft Landsberg Rückschlüsse gewonnen werden, die uns zeigen, dass die letzte historische Nutzung des Erdgeschossraumes als herrschaftliche Burgküche und "Speisgewölb" bestand. 
An der O- Mauer des Turmes wurde eine fensternischenartige Ausnehmung im Mauerwerk entdeckt, die durch eine Ziegelabmauerung sekundär verschlossen war, wobei das noch bis zu einer Höhe von 4 Lagen erhaltene Ziegelmauerwerk so angelegt wurde, dass ein als Nische nutzbarer Rücksprung in der Wandflucht frei blieb.

Die Zugänge in den Erdgeschossraum des polygonalen Turmes:

In der Westmauer des polygonalen Turmes befand sich annähernd in 5 m Höhe über dem Hofniveau ein romanischer Hocheinstieg (1,6 m Breite), der in den Erdgeschossraum des Turmes führte. Dieser älteste Zugang in den Turm wurde bereits in gotischer Zeit mit großen Amphibolitbruchsteinen in "reversibler" Sandbindung gänzlich ohne Mörtel verschlossen. An der Basis des Hocheinstiegs konnten noch Reste des Torgewändes aus Muschelkalkstein sowie eine Türangel aus Eisen in situ (d. h. in Originallage) angetroffen werden. Beim händischen Abtragen des meterhohen Mauerversturzes der Turmsprengung wurden unmittelbar unterhalb des Hocheinstieges neben einer zweiten Türangel auch Fragmente des rundbogigen Torgewändes aus Muschelkalkstein aufgefunden. 
Der Hocheinstieg in den Turm wurde unmittelbar an der Oberkante einer bereits in romanischer Zeit vermauerten tiefen, V-förmigen Spalte des Burgfelsens errichtet, wobei im Bereich zwischen der unteren romanischen Spaltenvermauerung und der Schwelle des Turmeinstiegs eine ca. 2,5 m hohe Mauerzone (Stützmauerwerk) aus unregelmäßig geschichteten Amphibolit-, Pegmatit- und Gneisbruchsteinen besonders auffällt. Aufgrund der mitverbauten Dachziegel- und glasierten Bodenziegelfragmente der renaissancezeitlichen Burgkapelle fällt die Entstehungszeit dieser Vermauerung in das beginnende 17. Jhd. 
In der Hochgotik wurde die bestehende Südmauer des romanischen Bergfrieds im Zuge der Errichtung eines neuen Zuganges in den Erdgeschossraum durchbrochen, wobei der Zutritt in den Turm über mehrere aus dem gewachsenen Sockelfels herausgemeißelte Stufen vom Hof der Kernburg aus ermöglicht wurde. Dieser Außenzugang wurde, nach dem Mauerwerk zu schließen, am Ende der Gotik mit Steinen vermauert. 
Der jüngste, in der Renaissancezeit erbaute Zugang in das Erdgeschoss des polygonalen Turmes führte über 6 Stufen, die noch gut erhaltene Spuren der hölzernen Trittbretter erkennen lassen, durch die 2,10 m starke SO- Mauer, wobei der Anschluss an den Stiegenhaustrakt des gotischen Bergfrieds über einen Schwibbogen gegeben war. Der enge Durchbruch innerhalb der romanischen Mauer wurde an den Seitenflächen mit Ziegeln verblendet und mit Torgewändesteinen aus Muschelkalkstein ausgestattet, die allerdings einem Steinraub zum Opfer gefallen sind. Die Abdrücke der Gewändesteine, insbesondere die charakteristischen Bearbeitungsspuren durch den Steinmetz, blieben glücklicherweise im Kalkmörtel der Ausmauerung konserviert.


Das Gewölbe:


Durch renaissancezeitliche Umbauten wurde im Erdgeschoss des polygonalen Turmes eine wohl in Form einer Holzbalkendecke zu rekonstruierende primäre Deckenkonstruktion durch ein im gotischen Verband gemauertes Ziegelgewölbe ersetzt, wie einige im Mörtelverband befindliche Gewölbeteile aus dem Versturzmaterial belegen. 
Die Widerlager für die Gewölbewangen einer Kreuztonne bilden in der NW- und SW- Ecke des Erdgeschossraumes gesimsartig an die Innenflucht der romanischen Turmmauern vorgeblendete Bruchsteinmauern, die als Auflager zugleich auch die unregelmäßigen polygonalen Mauerfluchten des Raumes zu begradigen hatten. 
Im Bereich der zuvor erwähnten Raumecken haben sich noch zur Raummitte hin einziehende Gewölbewangen der Haupttonne erhalten, deren dünne einphasige Wandverputzschicht noch einige gut erhaltene Bleistiftgraffiti des 19. Jhds., zum Teil mit leserlichen Namen und Datumsangaben (z. B. Carl Reichert 1864, ein bekannter steirischer Lithograph), trägt. 
Zur besseren Abstützung des Gewölbes wurde ein schmaler rechteckiger Pfeiler in geringem Abstand zur Südmauer sowie ein zusätzlicher Dreieckspfeiler nahe der SO- Mauerecke des Erdgeschossraumes aus Ziegeln und Gneisschieferplatten gesetzt.

Im Gegensatz zur westlichen Raumhälfte, die ein unregelmäßiges Kreuztonnengewölbe erkennen ließ, dürfte die Einwölbung im Ostteil des Erdgeschossraumes aus einem Sterngewölbe bestanden haben. Die Verspannung des Ziegelgewölbes in diesem besonders schmalen Teil des Raumes erfolgte zur Gänze ohne künstliche Widerlager oder Pfeiler.

Die Stratigrafie (Schichtabfolge) im Erdgeschossraum des polygonalen Turmes:


Im westlichen Drittel des Erdgeschossraumes wurde ein Hauptprofilschnitt angelegt, der folgenden Aufbau erkennen ließ: Den ebenerdigen Raum des Turmes füllt ein in der Mitte trichterförmig eingesackter durchschnittlich 1,8 - 2,6 m hoher Versturzkegel auf, der sich aus den baulichen Resten der eingestürzten Räume, Ziegelgewölbe und Mauerpartien des Turmes zusammensetzt. 
Unter einer unterschiedlich stark ausgebildeten Waldhumusschicht, die mit Ziegeln, Amphibolitbruchsteinen und einigen Architekturfragmenten aus Muschelkalkstein durchsetzt war, kam eine mächtige sand- und kalkmörtelhältige Gewölbe- bzw. Mauerversturzschicht der oberen Turmgeschosse zum Vorschein. Die Basis dieser Versturzmaterialien nimmt eine dünne Schicht ein, die von Wandverputzresten und Marmorstuckfragmenten der Burgkapelle im 1. Stock des Turmes gebildet wird. 
An diese Schicht schließt eine stark verfestigte dunkelbraune Sandschicht an, die, von einigen Keramikfragmenten des 15. - 16. Jhds. abgesehen, als homogenes fundleeres Hinterfüllungsmaterial der Zwickel des Erdgeschossgewölbes interpretiert werden kann. Der zum Teil stark ineinander verkeilte Ziegelversturz des zuvor genannten Gewölbes, der noch manche Hohlräume erkennen ließ, verschüttete den Ziegelplattenboden der Küche im Erdgeschoss des Turmes. Im Bereich des Hauptprofils steht unmittelbar unter dem Kalkmörtelbett des Ziegelbodens der gewachsene Amphibolitfelsen an, der jedoch stellenweise von einer dünnen schwarzen Kulturschicht überlagert wird, die Knochen und Keramikfragmente des 12. - 15. Jhds. erbrachte.


Die renaissancezeitliche Burgkapelle:


Die älteste archäologisch fassbare, romanische Kapelle der Landsberger Kernburg aus dem 12. Jhd. befand sich am Nordabschluss des innersten Burggrabens, unmittelbar am Fuß des polygonalen Wohnturms.
Die Lokalisierung des Standortes der renaissancezeitlichen Burgkapelle im 1. Obergeschoss des polygonalen Turmes wurde durch die Ausgrabungsergebnisse und die Studie schriftlicher Quellen, wie Visitationsprotokolle und einer Stifterurkunde ermöglicht. Nach diesen Quellen wurde mit den Arbeiten zum Neubau der Kapelle im Auftrag des damaligen Burgbesitzers Hans Jacob von Kuenburg im Jahr 1597 begonnen, zur Vollendung der Burgkapelle, die dem heiligen Ruprecht geweiht war, kam es nach zehnjähriger Bauzeit im Jahr 1607. 
In einer Beschreibung der Burg Landsberg aus dem Jahr 1680 hören wir von einer Kapelle mit einem aus Gips gefertigten Altar, zu deren Dekor auch "dergleichen Zierrat" gehörte. 
Der Zugang in das Kapellengeschoss mit der daran anschließenden Sakristei erfolgte von Osten über einen Schwibbogen durch einen Durchbruch in der SO- Mauer des romanischen Turmes.
Die Kapelle war, wie der in Versturzlage freigelegte Altarsockel zeigt, nach Westen orientiert, wobei die polygonale W- Mauer des Turmes hinsichtlich ihrer Form einen 3/8- Schluss des Chorraumes ergibt. Der aus Amphibolitbruchsteinen und Ziegeln gemauerte Altarsockel (2,8 x 1,1 m Grundfläche) mit Aufbau aus Stuck stürzte durch die Sprengung des Turmes vom 1. Obergeschoss in den Erdgeschossraum hinab und blieb mit den Trümmern des zerstörten Ziegelgewölbes zum Teil über der Kochstelle der Burgküche liegen. 
Die Mensa des vor der Turmsprengung beinahe vollständig demolierten Altares wurde aus einem außen verputzten und weiß getünchten Schalenmauerwerk errichtet, die Verfüllung des Hohlraumes im Inneren des Altarsockels besteht aus stark mörtelhältigem Sand.
Aus dem Schuttmaterial um den abgestürzten Altarsockel konnten neben Marmorstuckfragmenten auch einige Splitter der beim weitgehenden Abbau des Altars entfernten Mensaplatte aus schwarzem, an der Sichtseite sorgfältig beschliffenem Basalt geborgen werden. 
Die unzähligen Stuckfragmente von zum Teil beachtlicher Größe, die zum Aufbau des Altars aus partiell vergoldetem Stuck gehörten, bestehen in ihrer Struktur aus einer nur wenige Millimeter dünnen Stuckhaut, die einen Kern aus porösem Kalkmörtel umschließt. Im Fundmaterial um den Altarsockel überwiegen die mit Eier-, Perlstäben und Akanthusblättern dekorierten ornamentalen Marmorstuckfragmente des Altaraufbaus, der in alten schriftlichen Dokumenten auch als "Gipsaltar" beschrieben wurde. 
Einige kunstgeschichtlich besonders wertvolle figürliche Stuckreste, wie Teile der Gesichts- und Körperpartien von lebensgroßen Figuren vermitteln ebenso wie Bruchstücke von grazilen Engelsfüßen eine Vorstellung der ursprünglichen Pracht dieses Stuckaltars. 
Aus dem Versturzmaterial der Gewölbe und aufgehenden Mauerteile des polygonalen Turmes, das sich im Erdgeschossraum bis zu einer beachtlichen Höhe von 2,6 m angesammelt hatte, wurden neben den Fragmenten eines Weihwasserbeckens aus Kalkstein auch große Mengen (einige 100 kg) an ornamental verziertem Wand- und Deckenstuck der Kapelle geborgen. 
Der Bodenbelag der Renaissancekapelle bestand, wie die eindrucksvollen Funde zeigen, aus schmalen bienenwabenförmigen und quadratischen Bodenfliesen, die an der Trittfläche eine ockerfarbige bzw. dunkelbraune Glasur aufweisen.
In der Humuszone des Versturzmaterials am polygonalen Turm kamen fragmentierte gotische Fenstergewändesteine aus Muschelkalk zum Vorschein, die, wie eine historische Fotografie des Turmes beweist, zu einem monumentalen Fenster im 1. Stock gehörten, das unmittelbar über dem Hof der Kernburg situiert war. 
Ein zusätzliches Kapellenfenster kann, wie zahlreiche tafelförmige Fensterglasfragmente aus dem Versturzmaterial im Erdgeschossraum belegen, an der N- Mauer des romanischen Turmes vermutet werden. 
Weitere, ebenfalls aus dem Bauschutt geborgene Architekturstücke stammen von rundbogigen Spähfenstern, die im 4. Geschoss des polygonalen Turmes angebracht waren.

Die romanische polygonale Ringmauer:

Den innersten Teil der romanischen Burganlage am Fuß des polygonalen Turmes überlagerte mächtiger Mauerversturz (bis zu 4,5 m Höhe), der den schmalen Korridor zwischen dem Sockelfels des Turmes und der am felsigen Abbruch in die Laßnitzschlucht errichteten romanischen Ringmauer verschüttete.
Im Zuge der archäologischen Grabung stellte sich heraus, dass dieses Areal der Burg bereits um die Mitte des 15. Jhds. nur noch als Abfallplatz genutzt wurde, wie umfangreiche keramische Funde (mit hohem Anteil an Rollrädchendekoren) des 14. - 15. Jhds. und Speiseabfälle (Tierknochen) aus der angeschnittenen Oberkante der jüngsten Fundschicht beweisen.

Die freigelegte romanische, ebenfalls polygonal errichtete Ringmauer weist eine Mauerstärke von 1,20 - 1,25 m (4 Fuß) auf, und wurde in Zweischalenmauertechnik aus großen Amphibolitbruchsteinen erbaut. Die Mauerschalen sind aus quader- bzw. walzenförmigen Steinen geschichtet, wobei besonders auf horizontale Lagerhöhen Wert gelegt wurde. Das Füllmauerwerk setzt sich aus unterschiedlich großen Bruchsteinen zusammen, die mit festem weißem Kalkmörtel gebunden waren. 
Im Bereich des innersten romanischen Tores weist die Ringmauer eine schmale Ausfallspforte (Poterne) auf, von der aus der Entsatz der Burg über einige Stufen möglich war, die in schwindelerregender Höhe an einer unmittelbar am Felsabbruch errichteten Stützmauer entlang führen. 
Mit Fortschreiten der Grabung konnten die NW- Ecke sowie die nordöstliche Abschlussmauer der Ringmauer freigelegt werden, deren Fundamente unmittelbar am vorkragenden bzw. einen Absatz bildenden Burgfels aufliegen. 
Rückschlüsse auf die ursprüngliche Höhe der romanischen Ringmauer ermöglichen der beinahe fehlende Mauerversturz sowie der über einen längeren Abschnitt horizontal abgemeißelte gewachsene Burgfelsen. Aufgrund dieser Indizien darf vermutet werden, dass die romanische Ringmauer eine tatsächliche Höhe von abschnittsweise 1,5 m nicht überschritt. Das Aufgehende (höhere Etage?, Pultdach) sowie auch wesentliche Teile der Ringmauer dürften, wie verziegelte Lehmreste und Holzkohlelagen zeigen, aus einem Holz- Fachwerkbau mit horizontalen Tramlagen bestanden haben. 
Das in Mörtel gesetzte Sockelmauerwerk der Ringmauer hatte Abschnittsweise großem Druck standzuhalten, da zur Schaffung eines ebenen Begehungsniveaus große Mengen an Schutt und Erde zwischen der Ringmauer und dem steil abfallenden Felsen (Klüfte) hinterfüllt werden mussten.
Aus dem Mauerversturz der Turmsprengung wurde unmittelbar unterhalb der NW- Ecke der Turmmauer eine vollständig erhaltene Gewölbe- bzw. Mauerschließe aus Eisen geborgen. Das eine Ende der Mauerschließe besteht aus einer Öse mit noch eingehängtem Widerlagereisen, am zweiten rechtwinklig umgebogenen Endstück hingegen sind zwei lange Fixierungsnägel eingelassen, wobei die auf den Nägeln konservierten Holzreste auf eine Verankerung in Holz, möglicherweise in einem Tram, schließen lassen. 
Nach weiterem manuellem Abbau der Mauerversturzschicht des Turmes kamen unmittelbar unterhalb des romanischen Hocheinstieges wie auch unter der Fensteröffnung an der Nordmauer des Turmes künstliche Anhäufungen zum Vorschein, die aus sandigem Material bestanden, dass mit zahlreichen Kleinfunden und Mauerschutt durchsetzt war. Das geborgene Fundmaterial besteht im überwiegenden Teil aus gotischer Gebrauchskeramik (z. B. Töpfe, Lampenschälchen, Deckel und Topfkacheln), Kleinfunden wie Armbrustbolzenspitzen, einem versilberten gotischen Radsporn und einem Schlüssel, Funde, die zumeist in das 14. - 15. Jhd. datiert werden können. Der hohe Anteil an Armbrustbolzen sowie eine frühe steinerne Kanonenkugel erlauben eine Interpretation, wonach der aufgeschüttete Schuttkegel am Fuße der Maueröffnungen wohl durch kriegerische Handlungen gebildet wurde. Eine mögliche Ursache dafür könnte im gezielten Ausräumen der Turmstockwerke nach einer Zerstörung der Zwischendecken durch Feindeshand (Brand?) liegen.


Der Hof der gotischen Kernburg:

Der Kernburghof wird an zwei Seiten von den Gebäudeteilen des Wirtschaftraktes der Hochburg umschlossen, eine weitere Seite begrenzt der polygonale Turm, der auf einem ca. 3,5 - 4 m hohen, zum Teil überhängend zum Hofniveau abfallenden Sockelfels aus Amphibolit erbaut wurde. Den Basisbereich des Turmes sowie den Felsen selbst bedeckte im Hofbereich ein homogener rampenartiger Schuttkegel aus Amphibolitbruchsteinen und Kalkmörtel; der Mauerversturzschutt der Turmsprengung. Die mächtigen Schalensteine der romanischen Turmmauer wurden dabei aus dem Schuttmaterial zur weiteren Verwendung gezielt entnommen und abtransportiert. 
Aus dem stark mit Kalkmörtel und Steinen durchsetzten Schuttmaterial konnten neben Nägeln und Butzenscheiben in erster Linie Keramik- und Ofenkachelfragmente des 15. - 19. Jhds. geborgen werden. Eine Ausnahme stellen Objekte, wie eiserne Türangeln und das Schubriegelschloss eines Tores dar, die bei der Aufgabe der Kernburg am Anfang des 19. Jhds. zurückgelassen worden sind. 
Die gesamte freigelegte Begehungsfläche des Kernburghofes ist zum Teil mit besonders großen Amphibolitbruchsteinplatten gepflastert, einzelne Bereiche lassen allerdings auch eine partielle Ausbesserung des Pflasters mit kleinen stark abgetretenen Steinen und vereinzelt auch mit Ziegeln erkennen. Aus den Fugen des Hofpflasters konnten durch Ausschlämmen des Erdmaterials Kleinfunde wie beispielsweise eine fragmentierte Glasperle oder ein Silbergroschen Leopolds I. (Münzstätte Graz, datiert 1692) geborgen werden.

Annähernd in der Mitte der südlichen Erdgeschossmauer des romanischen Turmes befindet sich ein sekundär vermauerter, gotischer Eingang in die erste Etage des Turmes, ein Zugang, der über eine aus gewachsenem Sockelfels herausgemeißelte Treppe mit dem Hofniveau verbunden war. Diese Treppe wurde in der frühen Neuzeit bis auf die letzten Stufen entfernt, um Raum für eine Neunutzung dieser Fläche zu schaffen. Dieses Vorhaben wurde bereits unter Verwendung von Schwarzpulver durchgeführt, wie ein handgebohrtes Sprengloch im gewachsenen Felsen zeigt.
An der nun erweiterten Basis des gewachsenen Burgfelsens wurde entlang des Hofpflasters eine ursprünglich 0,9 m hohe Aufmauerung aus Amphibolitbruchsteinen errichtet, deren Entstehungszeit in das frühe 17. Jhd. fällt, wie die zahlreichen Funde aus dem mit Steinen durchsetzten Hinterfüllungsmaterial zwischen Mauerinnenkante und dem anstehenden Felsen belegen. Das dunkle, stark humose Hinterfüllungsmaterial dieser Mauer, das im Zuge des Mauerverfalls auch stark in Richtung der daran anschließenden Hofpflasterung erodierte, enthielt große Mengen an Keramik, Glas, Nägeln und Tierknochen. Aus dem Fundmaterial können Fragmente von in Malhorntechnik verzierten Stufentellern, Töpfen, Krügen und von Glasflaschen hervorgehoben werden, besonderes Interesse gebührt den Fragmenten zweier Sparbüchsen aus grün glasiertem Ton sowie einem silbernen Gewandknopf, wobei es sich um Funde handelt, die Licht auf die letzte intensive Ausbauphase in diesem Bereich der Altburg werfen. 
Der oben beschriebene Mauersockel bildete ursprünglich das Auflager für einen aus Holz konstruierten Gang, der den 1. Stock der an den polygonalen Turm anschließenden Wirtschaftsgebäude mit dem renaissancezeitlichen Außenstiegenhaus des gotischen Bergfrieds verband. Im geschützten Unterbau dieses Holzganges wurde eine "Behausung für das Federvieh" untergebracht, wie aus historischen Quellen deutlich hervorgeht. 
In der SW- Ecke des Kernburghofes wurden vier nebeneinanderliegende jeweils mehrere hundert Kilogramm schwere monolithische Steinblöcke aus Amphibolit freigelegt. Vermutlich handelte es sich bei diesen an der Ober- und Unterseite besonders flach und eben geformten Monolithen um Auflagersteine für die tragenden Elemente eines weiteren aus Holz konstruierten Ganges, der an der Südseite des Burghofes verlief. Dieser Holzgang, der auch in Plänen des frühen 19. Jhds. verzeichnet ist, verband die gotische Burg (Stiegenhaustrakt und sog. Gadenbau) mit dem L- förmigem Wirtschaftstrakt, der den Burghof an zwei Seiten umschloss.

Die Grabung im Wirtschaftsgebäudetrakt:

A. Der nordwestliche Hauptraum:

Im nordwestlichsten Baukomplex der den Burghof L- förmig umschließenden Wirtschaftsgebäude konnte durch eine gezielte Grabung die genaue Struktur der Innenräume erfasst werden.
Dabei zeigte sich unter einer mächtigen Humusschicht, die vor allem Funde des 20. Jhds. enthielt, eine sandige, stark mit Kalkmörtel und Amphibolitbruchsteinen durchsetzte Mauerversturzschicht der im Aufgehenden noch bis zum 1. Obergeschoss erhalten gebliebenen Ruinen des Wirtschaftsgebäudetraktes. Unmittelbar über dem Bodenniveau des Raumes, das aus einem Bodenbelag aus großen Gneisplatten mit teilweisen Ziegelausflickungen besteht, lag eine aus reichlich Steinen, Dach- und Gewölbeziegeln sowie Mörtelbrocken zusammengesetzte Versturzschicht. 
Aus dieser vereinzelt fundführenden Schicht konnten einige Objekte wie Tierknochen, Eisennägel und Keramik geborgen werden, von denen besonders die Fragmente der innenglasierten Terrinen und gestempelten Graphittontöpfe des 17. - 18. Jhds. hervorzuheben sind. 
Die Deckenkonstruktion des Wirtschaftsraumes bestand aus einem sekundär eingebauten Ziegelgewölbe in Kreuztonnenform, eine Gewölbeform, die ihre notwendigen Widerlager in eigens dazu geschaffenen, an der W- bzw. O- Mauer gegenständig zueinander errichteten Gewölbepfeilern fand. 
Aufgrund der im Raum nicht eindeutig nachzuweisenden Versturzzone des Gewölbes kann angenommen werden, dass bei der planmäßigen Aufgabe dieser Gebäude die Ziegelgewölbe zur Baumaterialgewinnung abgebrochen und das anfallende Ziegelmaterial abtransportiert wurde, wovon noch einige zurückgelassene unbrauchbare Ziegelfragmente sowie reichlich Fugenmörtelbrocken zeugen. 
In der NO- Ecke des ergrabenen Raumes gelang die Aufdeckung einer einfachen, teilweise bereits abgetragenen Herd- bzw. Kochstelle, die noch eine Ummauerung aus Amphibolitbruchsteinen mit weißen Verputzresten aufwies. Die Innenfläche des Herdsockels bestand aus einer unmittelbar am gewachsenen Fels aufgebrachten Einschüttung aus Ziegelsplittern, der im Eckbereich noch einige Reste einer Ziegelplattenabdeckung auflagen. 
An der nordwestlichen Schmalseite des Gebäudes befand sich ein bisher unbekanntes Rundbogentor aus Amphibolitbruchsteinen, das wohl der romanischen Bauphase zugehört. Dieses romanische Tor, dessen primäre Bedeutung in der Sicherung des letzten Zugangs in den inneren Teil der Turmburg lag, wurde in spätgotischer Zeit zu einer Schlitzscharte umgebaut, die den westlichen Geländebereich unterhalb des polygonalen Turmes zu bestreichen hatte. Die endgültige Aufgabe der Schlitzscharte erfolgte, wie die aus Ziegeln bestehende Vermauerung der Schießscharte zeigt, mit der Neunutzung des Gebäudes in der Renaissancezeit.

B. Der Korridorraum (Stiegenhaustrakt):

Den östlichen Abschluss des oben beschriebenen Wirtschaftsraumes bildet ein schmaler, NS orientierter Korridorraum, der an der Außenseite mehrere Eingänge besitzt, die vom Korridorraum unmittelbar in den Kernburghof führten. Dieser Aufschließungstrakt (Holzstiegenhaus?) war im Erdgeschossraum mit einer Holzdecke mit Rutenverputz versehen, der noch Spuren mehrerer Farbschichten erkennen ließ. Über eine Türöffnung war der Stiegenhaustrakt mit dem eingewölbtem Hauptraum verbunden. Aus den ca. 1,5 m hohen, stark mörtelhältigen mit Steinen und Ziegeln durchmischten Versturzschichten im Korridorraum konnten zahlreiche Kleinfunde wie Keramik- und Fensterglasfragmente, Nägel, Ofenkacheln und Teile eines mundgeblasenen, konischen Trinkglases aus dem späten 17. bzw. frühen 18. Jhd. geborgen werden. 
Die freigelegten Schwellenplatten aus Gneis der jüngsten, hofseitigen Türöffnung gehörten zu einer mindestens zweiphasigen Tür, deren ältere Bauphase aus einer Doppeltür mit Mittelsäule bestand, wobei die eine Türöffnung mit Steinen und Ziegeln vermauert vorgefunden wurde.

Mag. Andreas Bernhard

Literatur:

Bernhard A., FÖ 39, 2000, 731ff., FÖ 40, 2001, 713ff. und FÖ 41, 2002, 726f.
Tscherne W., Von Lonsperch zu Deutschlandsberg (Stadtchronik), 1990, vgl. 79, bes. Anm. 199-201 und 83f, bes. Anm. 216.